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Tiergesundheit

Biosicherheit in der Schweine-Haltung belegen

Lesezeit: 7 min Aktualisiert:

Biosicherheit klingt nach Papier. Zuerst geht es aber um Wege. Jeder Schritt in den Stall kann Krankheits-Erreger mitbringen. Die Unterlagen kommen danach. Sie zeigen: Die Trennung ist eingerichtet. Und alle halten sich daran. Im Ernstfall fragt die Behörde genau in dieser Reihenfolge. Und Sie können dann nichts mehr nachreichen.

Dieser Beitrag beschreibt die Rechtslage in Deutschland. Es geht um die Schweinehaltungshygiene-Verordnung, das Tiergesundheits-Gesetz und die Regeln für tierische Nebenprodukte. Die Kreise können zusätzliche Anordnungen treffen. In anderen Ländern gelten eigene Vorschriften.

Zuerst trennen Sie die Bereiche

Das Grundprinzip ist die Trennung. Es gibt einen reinen Bereich. Und es gibt einen unreinen Bereich. Viele sagen dazu schwarz und weiß. Die Grenze dazwischen wird gebaut. Sie ziehen sich um. Sie wechseln die Schuhe. Sie waschen die Hände. Es gibt eine Schleuse. Und niemand geht daran vorbei. Wenn die Grenze verwischt, hilft auch das beste Formular nicht.

Erreger kommen aber nicht nur mit Menschen. Futter und Einstreu sind auch ein Weg. Zum Beispiel, wenn Wildschweine oder Ratten daran kommen. Auch Fahrzeuge und fremde Personen bringen Erreger mit. Für jeden dieser Wege gibt es eine Regel.

Große Betriebe müssen mehr tun als kleine. Ab bestimmten Größen kommen zusätzliche Pflichten dazu. Welche Größe für Sie gilt, steht in der Verordnung. Dieser Beitrag nennt die Zahlen nicht. Denn sie können sich ändern.

  • Getrennte Bereiche mit einer Schleuse. Und alle benutzen sie.
  • Eine Regel für fremde Personen und fremde Fahrzeuge.
  • Futter und Einstreu sicher lagern. Wildschweine und Ratten kommen nicht daran.
  • Ratten und Mäuse bekämpfen. Und das aufschreiben.

Warum die Risiko-Bewertung wiederholt wird

Die Risiko-Bewertung ist kein Formular für einmal. Sie geht Ihren Betrieb durch. Sie fragt nach dem Zugang, der Schleuse, der Lagerung, der Reinigung und nach Zukäufen. Daraus kommt eine Einstufung heraus. Rechnen Sie diese Einstufung nicht schön. Denn sie zeigt Ihnen, wo Sie zuerst etwas tun sollten.

Betriebe verändern sich. Dann passt die alte Bewertung nicht mehr. Zum Beispiel bei einem neuen Stall. Oder bei neuem Personal. Machen Sie deshalb eine neue Bewertung. Die alte bleibt dabei stehen. So sieht man den Verlauf. Und genau das will die Behörde sehen.

Tote Tiere sind ein Frühwarn-Zeichen

Wenn plötzlich mehr Tiere sterben, ist das oft das erste Zeichen für eine Seuche. Oft lange vor einem Verdacht. Deshalb zählen Sie die toten Tiere jede Woche. Und nicht erst am Jahres-Ende. Zählen Sie getrennt: Ferkel und ältere Tiere. Denn viele tote Ferkel bedeuten etwas anderes als viele tote Mast-Schweine.

Eine Zahl allein sagt wenig. Wichtig ist der Vergleich. Wie groß ist der Bestand? Und wie war es in den Wochen davor? Zählen Sie außerdem für jede Produktions-Einheit getrennt. Dann sehen Sie auch, wo im Betrieb etwas passiert. Die Behörde erkennt so eine Seuche früher.

Tote Tiere richtig entsorgen und belegen

Tote Tiere gehören zur Tierkörper-Beseitigung. Sie gehören nicht auf den Misthaufen. Und nicht in eine Grube. Die Abholung müssen Sie belegen. Dazu gehört: Wann ist das Tier gestorben? Wann wurde es abgeholt? Welcher Betrieb hat es geholt? Und welche Beleg-Nummer hat die Abholung?

Auch die Lagerung bis zur Abholung ist wichtig. Ein toter Körper darf nicht offen liegen. Sonst kommen Wildschweine daran. Genau das soll die Biosicherheit verhindern. Der Platz für die Abholung liegt deshalb am Rand vom Betrieb. Und das Fahrzeug fährt nicht durch den reinen Bereich.

Was im Ernstfall zählt

Bei einem Verdacht geht alles schnell. Die Behörde fragt nach Ihrem Bestand. Nach den toten Tieren der letzten Wochen. Nach den Tier-Bewegungen. Nach den Besuchern. Und nach Ihrer Risiko-Bewertung. Und zwar sofort. Wer die Unterlagen erst suchen muss, verliert wertvolle Zeit.

Der beste Zeitpunkt für Ordnung ist deshalb jetzt. Also dann, wenn nichts passiert. Schreiben Sie alles gleich bei der Arbeit auf. Dann ist im Ernstfall alles schon fertig. Und Sie legen die Unterlagen vor, bevor jemand lange fragt.

Kurz gesagt

Biosicherheit heißt zuerst: reinen und unreinen Bereich trennen. Und die Wege für Erreger kontrollieren. Also Zugang, Futter, Einstreu und Ratten. Nachweisen müssen Sie Ihre Risiko-Bewertungen mit Verlauf, die toten Tiere jede Woche getrennt nach Alter und den Verbleib von jedem toten Tier. Die genauen Größen und Fristen stehen in den Quellen und in den Regeln von Ihrem Kreis.

Was FarmManager davon übernimmt

Die Risiko-Bewertung ist ein eigener Vorgang. Mit Datum, der bewertenden Person, den Antworten, der Risiko-Stufe und den Verlusten im Zeitraum. Eine neue Bewertung löscht die alte nicht. Sie stellt sich daneben.

Die toten Tiere erfassen Sie jede Woche. Für jede Produktions-Einheit getrennt. Getrennt nach Ferkeln und älteren Tieren. Und mit dem aktuellen Bestand daneben. FarmManager schickt die Meldung dann an HI-Tier. Auf Wunsch geht das automatisch, sobald die Woche vollständig ist. Am Datensatz sehen Sie den Melde-Stand, die Vorgangs-Nummer und eine mögliche Fehlermeldung.

Die Kadaver-Beseitigung ist ein eigener Nachweis. Mit Tier oder Tier-Gruppe, Todes-Datum und Abhol-Datum, dem Betrieb, dem Transporteur, der Beleg-Nummer und der Ursache.

Quellen zum Nachlesen

Diese Beiträge erklären: Wie ist eine Pflicht aufgebaut? Welche Angaben verlangt sie? Wir nennen bewusst keine Fristen, Grenzwerte oder Termine. Der Grund: Diese Angaben ändern sich. Und sie sind in jedem Bundesland anders. Am Ende von jedem Beitrag verlinken wir die richtige Quelle. Dort steht der aktuelle, verbindliche Stand. Wichtig: Das hier ist keine Rechtsberatung.